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Haarporosität: So testen und föhnen Sie jeden Haartyp

Haarporosität zeigt sich daran, wie Ihr Haar trocknet und auf Feuchtigkeit, Pflege und Hitze reagiert, nicht im Wasserglas. Bei niedriger Porosität föhnen Sie zügig und warm, bei mittlerer warm statt heiß, bei hoher sanft vom Ansatz abwärts. Geglättet wird nur trocken, bei hoher Porosität ab 140°C.

Autorin: Anna Nowak-Ibisz 18 Min. Lesezeit
Anna Nowak-Ibisz im hellen Anzug hält den silbernen SkinVibe Aurea Family x Plasma Haartrockner hoch

Die Frage nach der Haarporosität gehört heute zu den häufigsten in Haarpflege-Gruppen und zugleich zu den verwirrendsten. Jeder hat schon vom Wasserglas gehört, von „hochporösem“ und „niedrigporösem“ Haar, von Ölen, die zum Haartyp passen. Kaum jemand weiß aber, dass sich die Porosität dadurch verändert, wie Sie Ihr Haar jeden Morgen föhnen und glätten. Und genau das ist entscheidend.

Zwölf Jahre lang habe ich in meiner eigenen polnischen TV-Sendung „Pani Gadżet“ unzählige Haartrockner und Glätteisen getestet und später gemeinsam mit meinem Team unsere eigenen entworfen. In diesem Ratgeber habe ich zusammengetragen, was wirklich funktioniert: wie Sie die Porosität an Anzeichen erkennen, warum der Wasserglas-Test Sie in die Irre führt und wie Sie jeden Haartyp föhnen und glätten, ohne dass das Haar kraus wird. Ich habe die Marke SkinVibe gegründet, deshalb nenne ich dort, wo es um Geräte geht, ganz offen unsere eigenen.

AUF EINEN BLICK

  • Die Porosität zeigt, wie eng die Schuppenschicht am Haar anliegt. Haar mit niedriger Porosität fühlt sich glatt und rutschig an, Haar mit mittlerer Porosität lässt sich am leichtesten stylen, und Haar mit hoher Porosität saugt Wasser auf und wird bei Feuchtigkeit kraus.
  • Das Wasserglas ist kein zuverlässiger Test. Die Porosität erkennt man an Anzeichen: wie das Haar trocknet und wie es auf Feuchtigkeit, Pflegeprodukte und Hitze reagiert. Genau diese Fragen stellt unser Haarporositätstest.
  • Hohe Porosität ist meist die Folge von Blondierung, heißen Stylinggeräten und Reibung. Wie Sie föhnen und glätten, haben Sie jeden Tag selbst in der Hand.
  • Jeder Typ braucht eine andere Temperatur. Den Föhn ca. 15 cm vom Haar entfernt und in Bewegung halten, das Glätteisen nur auf trockenem Haar verwenden und bei hoher Porosität bei 140°C beginnen.

Haarporosität: Was ist das eigentlich?

Haarporosität beschreibt, wie eng die Schuppenschicht, also die äußere Schicht des Haares, an seinem Inneren anliegt. Die Schuppenschicht erinnert an Dachziegel, die übereinanderliegen. Liegen sie eng an, ist die Haaroberfläche glatt und lässt kaum Wasser hinein. Sind sie aufgestellt oder beschädigt, saugt sich das Haar schnell voll, trocknet schnell und verliert leicht seine Glätte.

In der Kosmetik hat es sich eingebürgert, Haar in drei Typen einzuteilen: niedrige, mittlere und hohe Porosität. Das ist eine bequeme Abkürzung, aber es lohnt sich zu wissen, woher sie kommt. Forschende messen die Porosität als kontinuierliche Größe, nicht als drei Schubladen, und zeigen, dass sie mit der Schädigung des Haares zunimmt. In einer in der Fachzeitschrift Molecules veröffentlichten Arbeit hatte blondiertes Haar eine deutlich höhere Porosität und nahm Farbe viel stärker auf als Naturhaar (Müllner et al., Molecules).

Über Porosität habe ich auch mit der Trichologin Agnieszka Trepka in unserem polnischsprachigen Podcast gesprochen. Sie beschrieb die Schuppenschicht genau wie Dachziegel aus Keratin und wies auf etwas hin, das ich sehr oft höre: Viele sind überzeugt, dass sie Haar mit hoher Porosität haben, dabei hat ihr Haar in Wirklichkeit eine niedrige Porosität. Der Irrtum beginnt meist mit einem Test, den alle kennen. Dazu gleich mehr.

Nach dem Klick wird das Video von YouTube (Google) abgespielt.

Woher kommt eine hohe Porosität?

Einen Teil der Porosität haben Sie in den Genen, die meisten Veränderungen bewirkt aber der Alltag. Am stärksten erhöhen Blondierung, Farbabzug und Dauerwelle die Porosität, dann heiße Stylinggeräte, die zu nah, zu heiß oder auf nassem Haar verwendet werden, und schließlich Reibung: Zerren mit der Bürste, Haargummis, das Handtuch. Deshalb sind die Spitzen meist poröser als das Haar nahe der Kopfhaut.

Hitze wirkt schrittweise auf die Schuppenschicht. In einer in den Annals of Dermatology veröffentlichten Studie hob ein Föhn, der 10 cm vom Haar entfernt gehalten wurde, bei 61°C die Schuppenschicht deutlich an, und aus 5 cm Abstand, bei 95°C, hinterließ er darin Risse und Löcher (Lee et al., Ann Dermatol). Beim Glätteisen liegt die Grenze höher: In einer klassischen Arbeit über die Wirkung von Hitze auf die Haarstruktur waren die Veränderungen bis 140°C gering und reversibel, oberhalb von 140°C tiefgreifend und dauerhaft (Bories et al., Int J Cosmet Sci).

In der Praxis heißt das: Nicht ein einziges heißes Styling macht das Haar zu „Stroh“, sondern das morgendliche Föhnen und Glätten bei zu hoher Temperatur, Hunderte Male wiederholt. Die gute Nachricht: Derselbe Mechanismus funktioniert auch in die andere Richtung. Sanftere Hitze und eine gute Technik machen Schäden nicht rückgängig, aber sie verschlimmern sie nicht weiter.

Haarporosität testen: acht Fragen statt Wasserglas

Am sichersten erkennen Sie die Porosität daran, wie sich Ihr Haar im Alltag verhält. Deshalb haben wir einen Haarporositätstest erstellt, der acht Fragen zu den Anzeichen stellt und Ihnen nach einer Minute Ihren Typ sowie Tipps zum Föhnen und Glätten nennt. Sie müssen keine E-Mail-Adresse angeben, das Ergebnis erscheint sofort.

Wenn Sie es lieber selbst prüfen möchten, hier die Fragen, die wirklich etwas über die Schuppenschicht verraten:

  • Behandlungen. Wurden die Längen blondiert, mit Farbabzug behandelt, dauergewellt oder mit Keratin geglättet? Das ist das stärkste Anzeichen für hohe Porosität.
  • Trocknen. Wie lange trocknet Ihr Haar ohne Föhn? Haar mit niedriger Porosität kann über drei Stunden feucht bleiben.
  • Wasser. Perlt das Wasser unter der Dusche ab, oder saugt sich das Haar in Sekunden voll?
  • Feuchtigkeit. Was passiert an einem Regentag: nichts, leichter Frizz oder „Stroh“?
  • Gefühl. Streichen Sie mit den Fingern über eine trockene Strähne, von der Spitze zum Ansatz. Glatt, leichter Widerstand oder rau?
  • Pflegeprodukte. Wird Ihr Haar schnell beschwert, oder saugt es alles auf, und einen Tag nach dem Waschen sind die Spitzen wieder trocken?
  • Styling. Fällt die Frisur zusammen, hält sie einen Tag, oder trocknet das Haar leicht aus?
  • Glanz. Glänzt es und ist es elastisch, oder ist es matt und dehnt sich leicht?

Je öfter bei Ihnen die zuletzt genannte Möglichkeit zutrifft, desto höher ist die Porosität. Wenn sich Ihr Haar am Ansatz anders verhält als in den Spitzen, haben Sie höchstwahrscheinlich eine gemischte Porosität, über die ich weiter unten schreibe. Das Ergebnis eines solchen Tests ist ein Richtwert, beruht aber auf dem, was Sie tatsächlich im Spiegel sehen.

Warum funktioniert der Wasserglas-Test nicht?

Der Wasserglas-Test geht davon aus, dass Haar mit niedriger Porosität schwimmt und Haar mit hoher Porosität sinkt. In der Praxis schwimmt sauberes Haar jedes Typs dank der Oberflächenspannung des Wassers, und Reste von Spülung, Öl oder Trockenshampoo verändern das Ergebnis. Trichologinnen raten übereinstimmend, das Haar zu beobachten, statt dem Wasserglas zu glauben.

Die Trichologin Magdalena Szymczak sagte es in einem Interview für die Morgensendung des polnischen Senders TVN ganz direkt: „Alle Haartypen schwimmen auf dem Wasser“, und fügte hinzu, dass man die Porosität einfach beobachten müsse (Dzień Dobry TVN). Michelle Wong, Chemikerin und Autorin von Lab Muffin Beauty Science, erklärt, was das Wasserglas wirklich misst: den Zustand der Haaroberfläche, also ob die äußere Fettschicht noch vorhanden ist (Lab Muffin Beauty Science).

Ich selbst sehe das Wasserglas deshalb nicht als Orakel. Es ist eine Spielerei, die vielleicht etwas über Schäden an der Oberfläche verrät, aber Ihnen nicht sagt, ob Sie Ihr Haar mit warmer oder kühler Luft föhnen sollten. Das verraten Ihnen die Anzeichen.

Haar mit niedriger Porosität: So föhnen und glätten Sie es

Bei Haar mit niedriger Porosität liegt die Schuppenschicht eng am Haar an. Es fühlt sich glatt an, glänzt und ist gesund, braucht aber lange, um Wasser aufzunehmen, trocknet lange und wird von Pflegeprodukten schnell beschwert. Das häufigste Problem ist nicht Frizz, sondern eine Frisur, die nach einer Stunde zusammenfällt, weil rutschiges Haar die Form nur ungern hält.

Bei diesem Haar bringt ein kräftiger, effizienter Luftstrom am meisten. Föhnen Sie es mit warmer Luft und Konzentrator, Partie für Partie, und richten Sie den Luftstrom am Haar entlang, vom Ansatz bis in die Spitzen. Die heißeste Stufe brauchen Sie nicht: Das Föhnen geht damit nur einen Moment schneller, die Kopfhaut wird aber überhitzt. Wenn eine Partie trocken ist, gehen Sie mit kalter Luft darüber, das fixiert die Form.

Anna Nowak-Ibisz föhnt ihr Haar mit dem schwarzen SkinVibe Libra AirLoom Haartrockner, die Strähnen schweben im Luftstrom

Das Glätten ist bei niedriger Porosität am einfachsten, weil sich Haar mit glatter Oberfläche schnell glätten lässt. Beginnen Sie mit der niedrigsten Temperatur, bei der die Strähne glatt wird, und ziehen Sie das Glätteisen einmal langsam durch statt mehrmals schnell. Bei feinem Haar reicht oft der Bereich von 160-165°C. Dickeres Haar braucht mehr, aber Agnieszka Trepka erinnerte im Podcast daran, dass es über 210°C für das Haar zu heiß wird, es sei denn, wir verwenden Hitzeschutz.

Anna Nowak-Ibisz glättet eine Haarsträhne mit dem schwarzen kabellosen SkinVibe Luna MiniWireless Glätteisen

Wählen Sie leichte Pflegeprodukte und tragen Sie weniger auf, als das Etikett empfiehlt, denn Haar mit niedriger Porosität lässt den Überschuss auf der Oberfläche liegen. Das ist beim Styling sehr wichtig: Zu viel Schaumfestiger oder Öl lässt die Frisur noch schneller zusammenfallen.

Haar mit mittlerer Porosität: So bleibt es in guter Form

Bei Haar mit mittlerer Porosität ist die Schuppenschicht leicht geöffnet. Es nimmt Feuchtigkeit und Pflege gut auf, neigt von Natur aus zu Wellen und hält die Frisur ohne großen Aufwand. In unserem Gespräch mit der Trichologin fiel der Satz, dass die meisten von uns diesen Typ haben. Die Kunst besteht darin, es durch Hitze und Behandlungen nicht in Richtung hoher Porosität zu verschieben.

Föhnen Sie es mit warmer, nicht mit heißer Luft. Forschende, die verschiedene Föhntemperaturen verglichen, hielten 60°C für optimal, weil so getrocknetes Haar danach langsamer Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt und deshalb bei Wetterwechsel weniger kraus wird (Bories et al.). Halten Sie den Föhn etwa 15 cm vom Kopf entfernt und ständig in Bewegung. In der Studie aus den Annals of Dermatology schadete ein so geführter Föhn dem Haar weniger als stundenlanges Lufttrocknen (Lee et al.).

Frau mit langem, welligem Haar föhnt es mit dem silbernen SkinVibe Aurea Family x Plasma Haartrockner und dem gewellten Diffusor

Bei Wellen greifen Sie zum Diffusor, der den Luftstrom verteilt und die Wellen trocknet, ohne sie auszubürsten. Mehr dazu, wie Sie ihn halten und mit welcher Temperatur Sie arbeiten, habe ich im Ratgeber zum Haartrockner mit Diffusor geschrieben. Glätten Sie ausschließlich trockenes Haar, meist bei 160°C, bei lockigem Haar bei 180°C. Ein Glätteisen mit Dampf erleichtert das Glätten bei niedrigeren Temperaturen, Sie müssen die Temperatur also nicht hochdrehen, um spiegelglattes Haar zu bekommen.

Haar mit hoher Porosität: So föhnen Sie es ohne Frizz

Bei Haar mit hoher Porosität ist die Schuppenschicht geöffnet oder stellenweise beschädigt. Es saugt sich schnell mit Wasser voll und verliert es genauso schnell, deshalb wird es bei Feuchtigkeit kraus, wirkt matt und rau und verheddert sich leicht. In unserem Gespräch mit Agnieszka Trepka fiel ein Wort, das es am besten beschreibt: Es raschelt unter den Fingern. Hier verändert die Technik beim Föhnen und Glätten am meisten, zum Guten wie zum Schlechten.

Erste Regel: Lassen Sie es nicht lange nass. Viele Menschen mit hochporösem Haar verzichten aus Angst vor Hitze auf den Föhn, doch die Studie von Lee zeigte, dass nur an der Luft getrocknetes Haar eine beschädigte Schicht hatte, die die Haarzellen im Inneren zusammenhält. Die Autoren schreiben ausdrücklich, dass lang anhaltende Feuchtigkeit genauso schaden kann wie hohe Temperatur. Föhnen Sie es also in Ruhe, bei der niedrigsten Temperatur, die ausreicht.

Die zweite Regel betrifft die Richtung. Im Gespräch mit Agnieszka Trepka kam ein Grundsatz immer wieder zur Sprache: Wir führen die Luft von der Kopfhaut nach unten, in Wuchsrichtung, aus 15 cm Abstand, und gehen mit dem Föhn nicht gegen den Strich zurück. Die Bewegung auf und ab öffnet die Schuppenschicht, die Sie kurz zuvor geglättet haben. Zum Schluss kalte Luft und Hitzeschutz vor jedem heißen Styling.

Anna Nowak-Ibisz mit wehendem Haar und dem SkinVibe Aurea Family x Plasma Haartrockner in der Farbe Mocha Mousse in der Hand

Dritte Regel: Glätten Sie niemals nasses oder feuchtes Haar. Forschende, die untersuchten, wie ein heißer Lockenstab auf das Haar wirkt, sahen auf nassen Strähnen Blasen und Wölbungen der Schuppenschicht, weil das im Haar eingeschlossene Wasser unter der heißen Oberfläche zu Dampf wird und die Schuppenschicht von innen sprengt (Ruetsch und Kamath, J Cosmet Sci). Beginnen Sie bei 140°C, glätten Sie jede Strähne in einer einzigen, fließenden Bewegung und greifen Sie nur an den Tagen zum Glätteisen, an denen Sie es wirklich brauchen.

Langes braunes Haar vor dem Glätten, Ansicht von hinten: matt, leicht wellig und an den Spitzen krausDasselbe Haar nach dem Glätten mit dem SkinVibe Astra SteamPlasma Dampfglätteisen: glatt, gerade und glänzend

Dasselbe Haar vor und nach dem Glätten mit dem Dampfglätteisen Astra

Eine unserer Kundinnen schrieb in einer Bewertung, ihr Haar sei „trotz Aufheizen auf 210 Grad“ immer noch kraus gewesen. Bei hoher Porosität ist eine höhere Temperatur selten die Lösung. Häufiger helfen eine niedrigere Temperatur, eine trockene Strähne, eine langsamere Bewegung und Dampf, der das Haar beim Glätten mit Feuchtigkeit versorgt.

Gemischte Porosität: anders am Ansatz, anders in den Spitzen

Gemischte Porosität bedeutet, dass sich das Haar nahe der Kopfhaut wie Haar mit niedriger oder mittlerer Porosität verhält, in den Längen und Spitzen dagegen wie Haar mit hoher Porosität. Das ist bei blondiertem und gefärbtem Haar sehr häufig, weil die Spitzen Behandlungen, Hitze und Reibung am längsten aushalten müssen. Bei langem Haar haben die Spitzen sogar mehrere Jahre Föhnen und Glätten hinter sich.

Bei gemischter Porosität behandeln Sie jeden Teil des Haares getrennt. Föhnen Sie den Ansatz zügig mit warmer Luft, damit er nicht lange nass bleibt, die Längen und Spitzen dagegen sanfter, mit mehr Abstand, in Bewegung und zum Schluss mit kalter Luft. Stellen Sie das Glätteisen auf die Spitzen ein, nicht auf den Ansatz: Beginnen Sie bei 140-160°C und schützen Sie die Spitzen mit Hitzeschutz.

Diese Aufteilung hilft auch bei der Pflege. Eine leichte Spülung am Ansatz und eine reichhaltigere in den Spitzen sind ein einfacher Weg, damit eine Strähne nicht gleichzeitig beschwert und ausgetrocknet ist.

Temperatur von Föhn und Glätteisen nach Porosität

Die wichtigsten Zahlen habe ich in einer Tabelle zusammengefasst. Das sind Ausgangspunkte, keine starren Regeln: Dickes und dichtes Haar braucht vielleicht eine Stufe mehr, feines eine Stufe weniger. Für alle Typen gelten drei Regeln: den Föhn etwa 15 cm vom Kopf entfernt und in Bewegung halten, das Glätteisen nur auf trockenem Haar verwenden und ohne Hitzeschutz nicht über 210°C gehen.

Porosität Föhn Glätteisen (Start)
Niedrig warmer, kräftiger Luftstrom mit Konzentrator, zum Schluss kalte Luft 160-185°C, einmal durchziehen
Mittel warme Luft ca. 55-60°C, bei Wellen Diffusor, zum Schluss kalte Luft 160°C, bei lockigem Haar 180°C
Hoch niedrigste Temperatur, die ausreicht, vom Ansatz nach unten, kalte Luft und Hitzeschutz 140°C, am besten mit Dampf
Gemischt Ansatz warm und zügig, Spitzen sanfter, kalte Luft auf den Längen 140-160°C, auf die Spitzen eingestellt
Nahaufnahme des Bedienfelds des SkinVibe Astra SteamPlasma Glätteisens mit Tasten zur Temperaturregelung

Warum beginnen wir bei hoher Porosität bei 140°C? Weil das die Grenze ist, unterhalb derer Veränderungen der Haarstruktur in Studien reversibel sind. Diese Stufe hat unser Dampfglätteisen Astra, und in der Bedienungsanleitung wird sie als Temperatur für empfindliches, blondiertes Haar beschrieben. Beim Föhn entspricht dem warme Luft um 55-60°C, nicht die heißeste Stufe.

Diffusor, Kaltluft, Ionisierung, Plasma und Dampf: Was hilft wem?

Bei porösem Haar spielen die Geräte eine Rolle, aber jede Funktion bewirkt etwas anderes. Der Diffusor erhält Wellen und Locken, kalte Luft fixiert die Form, Ionisierung und Plasma verringern statische Aufladung und Frizz, und Dampf versorgt das Haar beim Glätten mit Feuchtigkeit. Sie brauchen nicht alle auf einmal, sondern nur die, die zum Problem Ihres Haares passen. In der Praxis: Bei Frizz zählen Plasma oder Ionisierung, bei Locken der Diffusor und beim Glätten Dampf.

  • Der Diffusor verteilt den Luftstrom, sodass Wellen und Locken trocknen, ohne auseinandergebürstet zu werden. Er ist bei mittlerer und hoher Porosität nützlich, wenn das Haar von Natur aus wellig oder lockig ist.
  • Kalte Luft zum Schluss fixiert die Frisur und glättet die Strähnen. Sie lohnt sich bei jedem Typ, und bei niedriger Porosität ist sie der einfachste Weg, damit die Frisur nicht zusammenfällt.
  • Ionisierung bedeutet, dass negative Ionen abgegeben werden, die die Ladungen auf der Haaroberfläche neutralisieren, sodass sich die Strähnen nicht mehr elektrisch aufladen. Über die Unterschiede zwischen den Modellen habe ich im Ratgeber zum Haartrockner mit Ionisierung geschrieben.
  • Die Plasma-Technologie gibt gleichzeitig positive und negative Ionen ab. Bei unserem Haartrockner Aurea sind das eine Milliarde positive und negative Ionen pro cm³, die die Schuppenschicht des Haares schließen. Mehr dazu im Beitrag über Plasma-Technologie in Haartrocknern.
  • Dampf im Glätteisen versorgt das Haar beim Glätten mit Feuchtigkeit und erleichtert das Glätten bei niedrigeren Temperaturen. Bei hoher Porosität ist das einer der spürbarsten Unterschiede, wie ich im Ratgeber zum Dampfglätteisen beschrieben habe.
Langes, glattes und glänzendes braunes Haar nach dem Föhnen mit einem Haartrockner mit Plasma-Technologie, Ansicht von hinten

Wenn Ihr Haar schon nach dem normalen Föhnen kraus wird und sich elektrisch auflädt, schauen Sie auch in den Ratgeber zu elektrisch aufgeladenem Haar. Und wenn die Spitzen nach dem Glätteisen brechen und verbrannt riechen, lesen Sie, wie Sie vom Glätteisen verbranntes Haar retten können.

Lässt sich die Haarporosität verändern?

Bereits entstandene Porosität lässt sich nicht rückgängig machen: Eine beschädigte Schuppenschicht baut sich nicht wieder auf. Sie können aber verhindern, dass die Porosität weiter zunimmt, und verbessern, wie Ihr Haar aussieht und sich verhält. Pflegeprodukte glätten die Oberfläche bis zur nächsten Haarwäsche, und sanfteres Föhnen und Glätten sorgt dafür, dass das nachwachsende Haar nicht denselben Weg geht.

In der Praxis sieht das so aus: Nachwachsendes Haar hat eine Porosität nahe am Naturzustand, und die Spitzen werden mit der Zeit abgeschnitten. Wenn Sie in dieser Zeit aufhören, nasses Haar zu glätten, die Temperatur senken und vom Ansatz nach unten föhnen, beginnt der Unterschied zwischen Ansatz und Spitzen nach einigen Monaten kleiner zu werden. Das ist kein schneller Effekt, aber ein dauerhafter.

Der Ehrlichkeit halber noch eines: Die Einteilung in drei Typen ist eine kosmetische Konvention. Ihr Haar muss in keine Schublade perfekt passen, und das ist in Ordnung. Entscheidend ist, wie es auf Hitze und Feuchtigkeit reagiert, denn das zeigt Ihnen, was Sie an Ihrer Morgenroutine ändern sollten.

Welcher Haartrockner und welches Glätteisen bei porösem Haar?

Suchen Sie für poröses Haar nach einem Haartrockner mit Temperaturregelung und warmer Luft um 55-60°C, mit einem Sensor, der darauf achtet, dass die Strähnen nicht überhitzen, sowie nach einem Glätteisen, das bei 140°C beginnt. Bei Frizz lohnt sich zusätzlich Ionisierung oder Plasma-Technologie, beim Glätten Dampf. In der Praxis: Diese drei Angaben finden Sie auf der Produktseite in einer Minute, bevor Sie etwas kaufen.

Bei hoher und gemischter Porosität eignet sich unser Aurea Family x Plasma Haartrockner am besten: Er hat warme Luft mit 55°C, einen Sensor, der die Temperatur 100-mal pro Sekunde misst, einen Wechselmodus warm-kalt, Plasma-Technologie und einen gewellten Diffusor, den ich für Wellen und Locken angepasst habe. Zum Glätten das Dampfglätteisen Astra, über das ich oben geschrieben habe: Dampf und fünf Stufen ab 140°C.

Bei niedriger Porosität, wenn das Haar lange trocknet und Frizz kein Problem ist, ist der Libra AirLoom Haartrockner eine gute Wahl, mit einem Motor, der 110.000 Umdrehungen pro Minute schafft, und Ionisierung mit 200 Millionen negativen Ionen pro cm³. Für glatte Strähnen und Korrekturen im Laufe des Tages reicht das kabellose Glätteisen Luna mit drei Temperaturstufen ab 165°C. Wenn Sie viel reisen: Der Nova PlasmaGo wiegt 310 g und hat dieselbe Plasma-Technologie wie der Aurea.

Wenn Sie Ihr Haar föhnen und gleich danach Wellen formen, werfen Sie einen Blick auf unsere Warmluftbürste Nuvia AirPlasma. Die Nuvia stylt mit Luft bis 90°C und nicht mit einem Stab oder einer Platte mit eigenem Heizelement. Kaltluft gibt es per Knopfdruck, und das Plasma liefert 400 Millionen positive und negative Ionen pro cm³. Wählen Sie bei hoher Porosität den Heiß-Kalt-Zyklus (ca. 55°C), in dem sich warme und kalte Luft abwechseln, und schließen Sie jede Strähne mit kalter Luft ab. Ich habe auch beschrieben, wie Sie eine Warmluftbürste Schritt für Schritt verwenden.

Anna Nowak-Ibisz, umgeben von SkinVibe Haartrocknern und Glätteisen, die von Händen aus vier Richtungen gehalten werden

Sie wissen nicht, welches Modell zu Ihrem Haar passt? Unser Haartrockner- und Glätteisen-Quiz nennt Ihnen in 90 Sekunden ein Gerät und erklärt, warum. Den vollständigen Vergleich finden Sie auch in den Kategorien Haartrockner und Glätteisen, und die Technik Schritt für Schritt im Ratgeber Haare richtig föhnen.

Häufige Fragen zur Haarporosität

Wie bestimme ich meine Haarporosität?

Am sichersten an den Anzeichen, nicht am Wasserglas. Achten Sie darauf, ob Ihr Haar blondiert wurde, wie lange es ohne Föhn trocknet, wie schnell es Wasser aufnimmt, was an einem feuchten Tag damit passiert, wie es sich anfühlt und ob es glänzt. Acht solche Fragen stellt unser Haarporositätstest, der Ihnen nach einer Minute Ihren Typ und Tipps nennt.

Was bedeutet es, wenn Haare porös sind?

Dass die Schuppenschicht, also die äußere Schicht des Haares, nicht eng anliegt. Solches Haar nimmt Wasser und Pflegeprodukte schnell auf, verliert sie aber genauso schnell, deshalb ist es oft trocken, matt und wird bei Feuchtigkeit kraus. Umgangssprachlich meint „porös“ meist „hochporös“, obwohl jedes Haar eine gewisse Porosität hat.

Woran erkenne ich Haar mit niedriger Porosität?

Es fühlt sich glatt und rutschig an und glänzt, Wasser perlt lange daran ab, es braucht manchmal über drei Stunden zum Trocknen, und Pflegeprodukte beschweren es leicht und lassen es fettig werden. Die Frisur fällt oft schnell zusammen, weil rutschiges Haar die Form nur ungern hält. Solches Haar verträgt Hitze gut, braucht aber nicht die höchsten Temperaturen.

Wie lange trocknet Haar mit hoher Porosität?

Meist kürzer als gleich langes Haar mit niedriger Porosität, weil die Schuppenschicht das Wasser schneller abgibt. Die Trocknungszeit hängt aber auch von Haarstärke, Dichte und Länge ab und entscheidet deshalb allein nicht über den Typ. Darum verbinden wir sie im Test mit anderen Anzeichen, etwa der Reaktion auf Feuchtigkeit und Behandlungen.

Was unterscheidet Haar mit hoher von Haar mit niedriger Porosität?

Bei niedriger Porosität liegt die Schuppenschicht eng an: Das Haar fühlt sich glatt an, glänzt, trocknet lange und wird leicht beschwert. Bei hoher Porosität ist die Schuppenschicht geöffnet: Das Haar saugt sich schnell voll, wird bei Feuchtigkeit kraus und ist rau und matt. Das erste braucht einen kräftigen Luftstrom und leichte Pflege, das zweite eine niedrigere Temperatur, Föhnen vom Ansatz nach unten und Schutz für die Spitzen.

Kann Haar mit niedriger Porosität lockig sein?

Ja, Porosität und Lockenmuster sind zwei verschiedene Eigenschaften, daher kann lockiges Haar jede Porosität haben. Sie erkennen sie an denselben Anzeichen wie bei glattem Haar: daran, wie das Haar Wasser aufnimmt, wie lange es trocknet und wie es auf Pflegeprodukte reagiert. Bei lockigem Haar mit niedriger Porosität bewähren sich ein Diffusor und warme statt heißer Luft.

Welche Haarporosität ist die beste?

Es gibt keine bessere oder schlechtere, aber am leichtesten lässt sich Haar mit mittlerer Porosität im Alltag stylen: Es nimmt Feuchtigkeit gut auf, hält die Frisur und wird nicht beim ersten Wetterwechsel kraus. Haar mit niedriger Porosität ist am gesündesten, lässt sich aber schwerer frisieren, und Haar mit hoher Porosität braucht am dringendsten sanftes Föhnen und Glätten.

Schadet ein Föhn hochporösem Haar?

Nicht unbedingt, wenn Sie ihn vernünftig verwenden. In der Studie aus den Annals of Dermatology schadete ein Föhn, der 15 cm vom Haar entfernt gehalten und in Bewegung geführt wurde, dem Haar weniger als stundenlanges Lufttrocknen. Entscheidend sind eine warme statt heiße Temperatur, die Richtung vom Ansatz nach unten und kalte Luft zum Schluss.

Zum Schluss eine Frage, die ich mir vor jedem Föhnen am Morgen stelle: Brauche ich heute wirklich die heißeste Stufe? Meistens lautet die Antwort „nein“, und die Haare danken es einem nach ein paar Wochen.

Anna Nowak-Ibisz, Mitgründerin von SkinVibe

Anna Nowak-Ibisz, Mitgründerin von SkinVibe

Anna Nowak-Ibisz

Mitgründerin von SkinVibe

Eines der bekanntesten Gesichter von TVN Style. Moderatorin des Kultformats Pani Gadżet und Pani Gadżet 2.0. Über 16 Jahre lang moderierte sie eigene Fernsehsendungen und testete und rezensierte unermüdlich technologische Neuheiten. Mitgründerin von SkinVibe, wo sie ihre große Erfahrung in die Entwicklung von Stylinggeräten für das Haar einbringt.

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